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Leistungsmotivation

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5.1. Bezugsnorm.Orientierung

Auf welche Bezugsnorm man sich orientiert bzw. welche man für effektiver oder sinnvoller hält ergibt sich aus:

  1. der Vergleichsperspektive, die die jeweilige Situation festlegt bzw nahelegt und/oder
  2. persönlichen Voreingenommenheiten, insbesondere solche zugunsten der individuellen oder der sozialen Bezugsnorm.

Rheinberg (1980) führte hierzu Untersuchungen bei Lehrern durch und kam zu folgenden Resultaten: Lehrer mit sozialer Bezugsnormorientierung bevorzugten eher zeitstabile und internale Faktoren wie die Schülereigenschaften Fähigkeit und Fleiß. Lehrer mit individueller Bezugsnormorientierung bevorzugten hingegen eher zeitvariable - darunter externale - FAktoren der Lern- und Anforderungssituation.


5.2. Bezugsnormorientierung als Motivationskonzept

Wie wirkt sich aber nun die Anwendung einer Bezugsnorm auf die Leistung bzw. die Motivation aus. Zu dieser Frage führten vor allem Nicholls (1980, 1984, 1988) und Dweck (1986, 1988) Untersuchungen durch und entwickelten aus diesen dort gemachten Erfahrungen jeweils eine duale Konzeption der Leistungsmotivation.

Zunächst zu der von Nicholls entwickelten dualen Konzeption. Er hat Leistungsmotivation (und Leistungshandeln) als ein Verhalten definiert, das dazu angehalten ist, eher hohe als niedrige Fähigkeiten (1) zu entwickeln oder (2) zu demonstrieren. Dabei unterscheidet er undifferenzierte Fähigkeit (individuelle Bezugsnorm) und normative Fähigkeit (soziale Bezugsnorm.

Zweitens unterscheidet Nicholls zwischen zwei Arten von Erfolgserleben, die zum einen Aufgabenorientiert und zum anderen Egoorierntiert sind. Er sieht die Motivation für Erfolg entweder darin, eine Sache um ihrer selbst willen besser zu verstehen oder zu können; oder darin, selbst besser als andere in der Aufgabe zu sein. Was hier fehlt ist vielleicht, eine Aufgabe endlich fertigbringen zu wollen, damit sie nicht mehr belastend wirkt. Doch seis drum. Egoorientierte werden eher davon angetriebne, was sie in Zukunft erwarten wird. Meist ist dies ein hoher sozialer Status und Reichtum. Demgegenüber stehen die Aufgabenorientierten, die zwar auch in die Zukunft investieren, aber nicht um reich oder berühmt zu werden, sondern die der Erkenntnis wegen arbeiten und Leistung erbringen.

Dweck dagegen unterscheidet zwischen zwei Zielorientierungen. Was bei Nicholls das Demonstrieren ist, ist bei Dweck das "performance goal" und was bei Nicholls das Entwickeln ist, ist bei Dweck das "learning goal".

Das "performance goal" (soziale Bezugsnorm) beinhaltet durch gute Leistungen positive Beurteilungen zu gewinnen und das "learning goal" (individuelle Bezugsnorm) beinhaltet die eigene Tüchtigkeit durch Hinzulernen zu verbessern.

"Im Vergleich zur klassischen Definition ... ist die Nichollsche auf ein ichbezogenes Bestreben der Selbstwerterhöhung eingeschränkt ... Das gleiche gilt auch für Dwecks Auffassung des Leistungshandelns, das wie bei Nicholls auf positive Fremdbewertung oder auf Fähigkeitssteigerung gerichtet ist." (Heckhausen, 1980)

Trotz aller Gemeinsamkeiten unterscheiden sich beide doch etwas. "Welche der beiden Ziele, Fähigkeitssteuerung oder Fähigkeitsdemonstration, das Leistungshandeln verfolgt, ist für Nicholls im wesentlichen durch situative Bedingungen determiniert. Für Dweck dagegen ist es auch durch Persönlichkeitsunterschiede bedingt ..."


  
Limbic Success (Broschiert)
von Hans-Georg Häusel
Siehe auch:
Brain Script. Warum kunden kaufen
von Hans-Georg Häusel
Think Limbic!, m. Audio-CD
von Hans-Georg Häusel
Tausend und eine Macht. Marketing und moderne Hirnforschung
von Werner T. Fuchs
Neuromarketing. Erkenntnisse der Hirnforschung für Markenführung, Werbung und Verkauf
von Hans-Georg Häusel
 
    
     
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